Beratungsstelle Sozialhilfe - Hilfe zur Pflege

Leistungen der  Pflegeversicherung sind auf gesetzliche Höchstbeträge begrenzt. Daher muss ein Pflegebedürftiger einen darüber hinaus gehenden Betrag für die Pflege aufbringen. Sofern die Voraussetzungen gegeben sind, können diese ungedeckte Kosten, vom zuständigen Sozialhilfeträger übernommen werden.

Ob bei der Pflege zu Hause, in alternativen Wohnformen oder im Heim – bei der Beratungsstelle des Bezirk Niederbayerns erfahren Sie, welche Leistungen Ihnen im Rahmen der Sozialhilfe zustehen. Bei dieser individuellen und vertraulichen „Erstberatung“ geht es um die rechtliche bzw. finanzielle Seite der Pflegebedürftigkeit – sie ist nicht zu verwechseln mit der Beratung der Pflegekassen.

Im Rahmen der Erstberatung erhalten Sie insbesondere Informationen zu folgenden Themen:
Antrag, Verwaltungsverfahren, Leistungen in der häuslichen Umgebung (Hilfe zur ambulanten Pflege), Leistungen in Heimen (Hilfe zur stationären Pflege), Sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Einsatz von Einkommen, Einsatz und Verwertung von Vermögen, Überleitung von Ansprüchen (z. B. Schenkungsrückforderungsansprüche), Elternunterhalt.


Schriftliche Anfragen senden Sie bitte an sozialhilfeberatung-hzp@bezirk-niederbayern.de

Kontakt

Nicole Bayer, Beraterin
Mo bis Do 9 bis 15 Uhr
Fr 9 bis 12 Uhr
0871 97512-450

Terminvereinbarung auch unter
0871 97512-111
0871 97512-114

Bezirk Niederbayern
Sozialverwaltung
Am Lurzenhof 15
84036 Landshut-Schönbrunn


Beratungstage vor Ort

Im November keine Vor-Ort-Termine der Beratungsstelle „Sozialhilfe – Hilfe zur Pflege“ in den Landratsämtern

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage hat sich der Bezirk Niederbayern in Abstimmung mit den jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden dazu entschieden, die Vor-Ort-Beratungen bis Ende November einzustellen.
Die Dezember-Termine sollen vorbehaltlich der Corona-Entwicklung wie geplant stattfinden. Interessenten können sich hierzu vorab unter www.bezirk-niederbayern.de/sozialhilfeberatung-hzp/ informieren; auf der Seite gibt es auch weitere Informationen zum Beratungsangebot des Bezirks.
Beratungen per Telefon oder in Schriftform sind selbstverständlich weiterhin möglich: Tel. 0871 97512-450 oder sozialhilfeberatung-hzp@bezirk-niederbayern.de (Terminvereinbarungen auch unter Tel. 0871 97512-111/-114).


In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Sozialhilfeträgern wurde ein Beratungsnetz in allen Landkreisen Niederbayern aufgebaut.


Informationen


Häufige Fragen zur Hilfe zur Pflege (FAQ)

Wer hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege?

Einen Anspruch auf Sozialhilfeleistungen haben bei festgestellter Pflegebedürftigkeit sowohl pflegeversicherte als auch nicht pflegeversicherte Personen. Soweit vorhanden, sind Leistungen der Pflegeversicherung vorrangig einzusetzen.

Wird das eigene Einkommen und Vermögen herangezogen?

Ja, ein Hilfesuchender muss vorrangig nach den entsprechenden Vorschriften des SGB XII neben dem Einkommen auch das eigene Vermögen einsetzen. Ansprüche gegenüber Dritten (z. B. Schenkungsrückforderungsansprüche, Abgeltungsansprüche aus Übergabeverträgen) müssen geltend gemacht und gegebenenfalls durchgesetzt werden.

Muss der Ehegatte/Lebenspartner das eigene Einkommen und Vermögen einsetzen?

Ja, Ehegatten und Lebenspartner, die nicht dauernd getrennt leben, haben ihr Einkommen und Vermögen nach den einschlägigen Vorschriften des SGB XII einzusetzen.

Gilt das auch für Lebensgefährten?

Ja, Personen, die in eheähnlicher oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft leben, werden identisch behandelt.

Müssen volljährige Kinder für die Pflegekosten aufkommen?

Die Unterhaltsheranziehung von Kindern pflegebedürftiger Eltern wird bis zu einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro in der gesamten Sozialhilfe ausgeschlossen. Diese Einschränkung gilt allerdings nur für Unterhaltsansprüche, nicht jedoch für Zahlungsverpflichtungen aus einem anderen Rechtsgrund (z. B. Schenkungsrückforderungsansprüche, Übergabeverträge, usw.).

Kann ich uneingeschränkt zwischen einer ambulanten Versorgung und dem Heimaufenthalt wählen?

Ambulante Leistungen haben Vorrang vor teilstationären und vollstationären Leistungen. Dies gilt nicht, wenn eine Leistung für eine geeignete vollstationäre Pflegeeinrichtung zumutbar und eine ambulante Leistung mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden ist.

Können grundsätzlich Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung im Privathaushalt übernommen werden?

Eine Kostenübernahme kommt grundsätzlich nur dann in Frage, wenn der Pflegebedürftige selbst Arbeitgeber einer Betreuungskraft wird. Alle Pflichten nach dem Arbeits- und Sozialversicherungsrecht müssen dabei eingehalten werden.