Leben in der Dorfmitte

Bürgermeister Alois Wildfeuer informiert Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich über den Neubau des Gemeindezentrums

Kirchdorf im Wald. Die Gemeinde Kirchdorf im Wald bekommt ein neues, modernes Gemeindezentrum. Der Bau hat bereits begonnen, mit der Fertigstellung rechnet Bürgermeister Alois Wildfeuer noch in diesem Jahr. Wie das Gebäude aufgebaut ist und was darin künftig unterkommt, darüber informierte er kürzlich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

Der ehemalige Leerstand mitten am Dorfplatz bestand früher aus zwei Gebäuden und war im Besitz der Pfarrkirchenstiftung. Die Gemeinde kaufte das in die Jahre gekommene Ensemble, ließ es abreißen und baut dort nun mit Unterstützung des Freistaates Bayern ein modernes Gemeindezentrum. Im Untergeschoss, mit einer Glaskuppel versehen, entstehen Probenräume für den Musikverein, in den Geschossen darüber finden das Pfarrbüro sowie ein Jugendraum und Veranstaltungssaal für sämtliche kirchlichen und weltlichen Vereine Platz. Ganz oben wird die Bücherei eine neue Heimat finden. Der Veranstaltungssaal steht für größere Feierlichkeiten zur Verfügung. „Denn auch bei uns werden die Möglichkeiten weniger, die bisherigen Räume in Wirtshäusern zu nutzen – sei es für Theateraufführungen oder Vereinsveranstaltungen“, so Wildfeuer, der dabei die hervorragende Unterstützung der Städtebauförderung an der Regierung von Niederbayern hervorhob. Gerade bei der Baukostensteigerung – ursprünglich war man von 3,3 Millionen Euro ausgegangen, mittlerweile rechnet man mit 4,4 Millionen – sei die Regierung stets entgegenkommend gewesen.

Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich befand gerade die Investition in eine lebendige Dorfmitte als sehr zukunftsorientiert. „Denn nur lebendige Kommunen haben eine Anziehungskraft auf neue Bürger und auf junge Menschen, damit sie vor Ort bleiben“, so Heinrich. Leerstände, die zum Verkauf stehen, gibt es in der Tat aktuell keine mehr in Kirchdorf im Wald. Zudem will die Gemeinde durch die Ausweisung neuer Baugebiete, etwa in Abtschlag, bauwilligen Gemeindebürgern ein passendes Angebot machen. Allerdings sind beide Kommunalpolitiker auch besorgt, was die Preissteigerungen bei Bauvorhaben angeht. „Die Geldpolitik ist aus den Fugen geraten. Wir sind mitten in einer Spirale, von der ich nicht glaube, dass sie gut für uns ausgeht“, so Alois Wildfeuer, der mit dem Thema als Architekt sehr vertraut ist.

Als nächste Projekte stellte er Heinrich die Nahwärmeversorgung der gemeindlichen Gebäude im Dorf durch den Neubau eines Blockheizkraftwerkes vor. Im Zuge dessen soll auch gleich der Breitbandausbau im Dorf erfolgen. Eine weitere Maßnahme, die vor der Tür steht, ist die Generalsanierung der Kläranlage gemeinsam mit der Gemeinde Eppenschlag, die rund 7,8 Millionen Euro kosten wird. Die landkreisübergreifende Zusammenarbeit der beiden Gemeinden, die historisch immer schon eng miteinander verbunden waren, sei auch bei den Vereinen deutlich zu spüren. „Wir haben bis zur Gebietsreform immer zusammengehört, die Grenzen wurden damals anhand der Bachverläufe gezogen. Doch vom Sportverein bis zu den Soldaten- und Kriegerkameradschaften und Feuerwehr läuft vieles noch heute gemeinsam ab“, so Wildfeuer. Und Olaf Heinrich gratulierte dazu, dass es mit dieser Zukunftsinvestition gelingen werde, die Dorfmitte von Kirchdorf im Wald zu beleben und damit auch über die Gemeindegrenzen hinaus attraktiv zu bleiben. „Gerade im ländlichen Raum sind es solche Angebote, die als Standortfaktoren ganz wesentlich sind.“ Der Bezirkstagspräsident wünschte noch einen guten Verlauf der Bauarbeiten und verabredete mit dem Bürgermeister bereits den nächsten Besuchstermin – nach der Eröffnung des neuen Gemeindezentrums.


Im Bild: Bürgermeister Alois Wildfeuer zeigte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (l.) das Modell des neuen Gemeindezentrums.

Foto: Lang / Bezirk Niederbayern