Besser leben mit Beeinträchtigung

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besichtigt Tremmel Aufzüge und Move GmbH  

Patersdorf. Aufzüge werden in unterschiedlichen Häusern gebraucht – vom Seniorenheim bis zum Mehrfamilienhaus. Viele Menschen aber, die zur Firma Tremmel Aufzüge nach Patersdorf kommen, haben eine Beeinträchtigung und brauchen einen Aufzug, um ihr Zuhause rollstuhlgerecht umzubauen. „Wir wollten diesen Menschen helfen und ihre Lebensqualität verbessern“, erklärt Werner Tremmel, der die gleichnamige Aufzugfirma samt Ausstellungsraum in Patersdorf gründete. Sein Bruder Marco brannte für die gleiche Leidenschaft und so gründeten sie nebenan die Move GmbH, in der sie von modernen Rollstühlen und Rollatoren bis hin zum Pflegebett viele Hilfsmittel für Menschen mit Beeinträchtigung anbieten.

Dieses „Gesamtpaket“ besichtigte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich kürzlich, nachdem man sich im Rahmen der Preisverleihung „Arberland Premium“, bei der die Firma ausgezeichnet wurde, dazu verabredet hatte. Werner Tremmel hatte viele Jahre für große Aufzughersteller gearbeitet und gründete 2011 in Patersdorf sein eigenes Aufzugsdienstleistungsunternehmen. Ab 2015 wurde dann mit vier Mitarbeitern begonnen, selbst Aufzüge herzustellen und 2018 kam dann das „Liftzentrum“ dazu. „So etwas gibt es in Bayern sonst nirgends“, erklärte der Geschäftsführer. Denn vor Ort kann man zig verschiedene Systeme ansehen und probieren. Das Betriebsvolumen verdoppelte sich seither jedes Jahr, heute beschäftigt Tremmel 40 Mitarbeiter und ist von Schwandorf bis München und im gesamten ostbayerischen Raum aktiv.

Kundennähe ist ihm wichtig, weshalb in Tremmel Aufzügen nur „freie Steuerungen“ eingebaut sind, die jeder bedienen kann, während bei anderen Herstellern häufig der Wartungsvertrag lange bindend ist.  
Wie ernst es den beiden Tremmel-Brüdern mit dem Thema Barrierefreiheit ist, zeigt ihre prominente Testperson: „Die VdK-Präsidentin Verena Bentele hat uns bei diesem System unterstützt“, sagt Werner Tremmel und deutet auf einen Aufzug, dessen Sprachsteuerung ideal auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap ausgelegt ist. Um auch bei anderen Aufzügen individuelle Lösungen zu ermöglichen, wird dann schon mal die ein oder andere Innovation erfunden. „Hier haben wir eine Alexa-Schittstelle gemacht, damit ein junger Mann, der nicht auf den Knopf drücken konnte, den Aufzug alleine steuern kann.“

Die dankbaren und glücklichen Rückmeldungen dieser Kunden waren es, die die Weiterentwicklung mit der Move GmbH veranlasst haben. „Die Menschen haben uns gefragt, ob wir nicht auch bessere Rollstühle hätten oder Vorschläge, daheim das Bad zu sanieren“, erzählt Marco Tremmel. Deshalb bietet man mittlerweile auch Komplettangebote mit sämtlichen Gewerken für diesen Bereich an.
Und noch ein einmaliges Angebot kam „aus der Not heraus“ dazu: „Wir haben ewig nach einer Bank gesucht, die sich darauf einließ. Aber jetzt können wir unsere Sanitätshausartikel auch über Mietkauf anbieten. Gerade für Menschen, die sich diese Produkte nicht leisten können, ist dieses System sehr wertvoll“, erklärt Werner Tremmel. Den „besten Rollstuhl, den es gibt“, wollte dann auch Olaf Heinrich ausprobieren und war begeistert von dessen Leichtigkeit und Wendigkeit. „Ihr System ist wirklich außergewöhnlich und gerade für Betroffene, die auf solche Finanzierungsmodelle angewiesen sind, ein großer Mehrwert“, so der Bezirkstagspräsident, der beeindruckt war, was sowohl bei der Firma Tremmel Aufzüge als auch bei der seit zwei Jahre bestehenden Move GmbH in so kurzer Zeit geschaffen wurde. Er wünschte, dass das geplante Wachstum in der Zukunft vor allem auch im Hinblick auf neues Personal gelingt. „Wichtiger als das Gehalt, ist oftmals der Sinn der eigenen Arbeit – und bei Ihnen merkt man, dass das, was Sie tun, Ihnen viel zurückgibt.“


Im Bild: Viele innovative Lösungen für Menschen mit Beeinträchtigung kann man bei der Firma Tremmel in Patersdorf ausprobieren, so auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (sitzend l.), der von Geschäftsführer Werner Tremmel (r.) und Marco Tremmel (l.) durch die Räumlichkeiten geführt wurde; mit dabei auch Bürgermeister Adolf Muhr und Gemeinderat Stefan Hacker.

Foto: Lang / Bezirk Niederbayern