Trägerverein der Europaregion Donau-Moldau will Beratungsstelle Niederbayern weiterführen
Regen. Die Beratungsstelle der Europaregion Donau-Moldau (EDM) am Europahaus Freyung soll über das Jahr 2026 hinaus fortgeführt werden. Dafür hat sich die Mitgliederversammlung des Trägervereins der Europaregion Donau-Moldau (EDM) in Regen einstimmig bei einer Enthaltung ausgesprochen. Das Gremium schlägt dem Bezirkstag von Niederbayern vor, die Co-Finanzierung für die Beratungsstelle bis 2030 beizubehalten. 90 Prozent dafür finanziert der Freistaat, den Rest der Bezirk über eine Spende.
Die Beratungsstelle unterstützt niederbayerische Unternehmen und Organisationen bei der grenzüberscheitenden Vernetzung und berät zu europäischen Fördermöglichkeiten. Der Freistaat Bayern hat signalisiert, die Förderung in Höhe von 90 Prozent auch künftig fortführen zu wollen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Kofinanzierung durch den Bezirk Niederbayern.
Wie Kaspar Sammer, Geschäftsführer des Trägervereins der EDM, erläuterte, läuft die aktuelle staatliche Förderung im kommenden Frühjahr aus. Neue Förderanträge seien in Vorbereitung. Um den Eigenanteil des Bezirks möglichst gering zu halten, wurden die geplanten Ausgaben bereits reduziert. Dadurch würde sich der notwendige Zuschuss des Bezirks erheblich reduzieren.
Beschluss mit Signalwirkung
Der Vorsitzende des Trägervereins und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte die Signalwirkung des Beschlusses: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bezirkstag die Sachlage anders bewertet als die im Trägerverein vertretenen Städte und Landkreise.“ Auch der Sprecher der niederbayerischen Landräte, Landrat Sebastian Gruber, sprach sich für die Fortführung der Beratungsstelle aus. Der erforderliche Zuschuss sei ein überschaubarer Beitrag mit großer Wirkung für die Region.
Mit Bedauern nahm die Mitgliederversammlung zur Kenntnis, dass die Stadt und der Landkreis Landshut ihre Mitgliedschaft im Trägerverein beendet haben. Sammer bezeichnete dies als falsches Signal und verwies auf die Vorteile einer Mitgliedschaft für Einrichtungen auch im Bereich Landshut.
Da zahlreiche neu gewählte kommunale Mandatsträger erstmals an der Mitgliederversammlung teilnahmen, gab Heinrich einen Überblick über die Europaregion Donau-Moldau. Die Europaregion wurde 2012 in Linz mit sieben Partnerregionen gegründet. Ziel ist es, die Interessen der beteiligten Regionen in Bayern, Tschechien und Österreich zu bündeln und ihnen auf europäischer Ebene mehr Gewicht zu verleihen. Aufgrund unterschiedlicher regionaler Rahmenbedingungen werde der Fokus künftig verstärkt auf bilateralen Projekten liegen. Die Zusammenarbeit mit den tschechischen Partnerregionen Südböhmen und Pilsen entwickle sich derzeit sehr positiv. Schwerpunkte sind Wirtschaft und Innovation, Hochschulkooperationen sowie Sicherheit und Resilienz.
Große Bandbreite
Über erfolgreiche Projekte berichteten zudem die Projektverantwortlichen. Dr. Olaf Heinrich betonte die große Bandbreite. Vendula Maihorn, Projektmanagerin „GrenzLandInnovativ“, stellte die Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen dar. Es gelte, gemeinsame Projekte ins Leben zu rufen und europäische Fördergelder zu ermöglichen. Ein sehr leistungsfähiges Forschungsnetzwerk sei entstanden. Eine neue Initiative betreut Barbara Daferner unter den Namen TRIBEST (Trinationale Beratungsstelle). Dabei geht es darum, insbesondere Arbeitnehmern aus Tschechien erste Hilfestellung bei ihrer Suche nach Arbeitsmöglichkeiten in Niederbayern zu geben.
Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen, berichtete von einem Netzwerk von 1500 Unternehmen in Bayern und Böhmen, die sie verbindet, und von zahlreichen Veranstaltungen. Gerade plant sie den Bayerisch-Tschechischen Unternehmertag am 13. Oktober in Deggendorf. Julia Hartl, zuständig für Aktivitäten im Bereich der EU-Förderprogramme, gab den Überblick, dass 18 Projekte in der aktuellen Förderperiode die Förderung durchlaufen haben. Vier Themenschwerpunkte setzte Anett Browarzik, Projektmanagement Kulturmanagement Bayern-Böhmen. Sie arbeitet unter anderem an der zweiten Auflage des Festivals „Film.Kultur“ in Budweis und Passau. Dr. Jan Gregor, Projektmanager „Regionale Mobilität und Tourismus im Grenzraum Niederbayern-Südböhmen-Pilsen“, nannte unter anderem als Meilensteine seiner Arbeit in diesem Jahr die Einweihung der Buslinie Klattau-Bayerisch-Eisenstein-Großer Arber bis nach Bodenmais sowie der neuen Radbuslinie Vimperk-Philppsreut. Die Fahrgastzahlen entwickeln sich sehr positiv. Trägervereinsvorsitzender Dr. Olaf Heinrich freute sich über die regen Aktivitäten der Projektmanager: „Hier wird großartige Arbeit für den Grenzraum und darüber hinaus geleistet, die es unbedingt fortzusetzen gilt.“
Bildunterschrift: Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Europaregion Donau-Moldau tauschten sich die Akteure und Projektbetreuer aus.
Foto: Bezirk Niederbayern

