Bezirkstagspräsident im Gespräch mit dem Direktorium des Bezirksklinikums
Mainkofen. Im Jahr 2025 wurden am Bezirksklinikum Mainkofen so viele Patienten wie noch nie behandelt. Und auch sonst tut sich einiges, wie Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich im Gespräch mit Klinikdirektor Uwe Böttcher, ärztlichem Direktor Prof. Johannes Hamann und Pflegedirektorin Agnes Kolbeck erfuhr.
Dabei gibt es einige Themen aus 2025, die das Haus auch heuer begleiten. „Ein Zeichen dafür, dass vieles im Werden ist und wir uns in einem Entwicklungsprozess befinden“, so Prof. Hamann. Als Beispiel nannte er die digitale Diktiersoftware, die derzeit für alle Berufsgruppen erprobt wird, um künftig den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern.
Insgesamt wolle man in Mainkofen den „Spirit etablieren, Sachen einfach mal auszuprobieren“, also Verbesserungsvorschläge von Seiten der Mitarbeiter im Kleinen auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. „Qualifizierte Versorgung ist ein Gemeinschaftsprodukt“, betonte auch Agnes Kolbeck, die auf „multiprofessionelle Teams“ setzt, wo es nur geht. Das bedeutet zum Beispiel, dass es deutlich weniger Fortbildungen für einzelne Mitarbeiter gibt, sondern stattdessen ein Referent zum jeweiligen Thema ins Haus geholt werde, um vor Ort die gesamte klinische Einheit zu schulen. „Es sollen alle das gleiche Wissen haben und mitwachsen können“, so Prof. Hamann.
Auf diesen berufsübergreifenden Wissenstransfer lege man vor allem auch im Hinblick auf den Medizincampus Niederbayern wert. „Wenn wir künftig die Studenten im Haus haben, wollen wir ihnen so viel es nur geht, zeigen und lernen können – aber dieses Wissen an alle in der Gruppe weiterzugeben, muss man in den Klinikalltag integrieren“, so die Pflegedirektorin.
Der Medizincampus Niederbayern wirft aber seine Schatten auch in anderer Hinsicht voraus. „Wir möchten eine eigene Mainkofen-Studie umsetzen und so unsere Versorgung wissenschaftlich evaluieren, damit wir uns auch strategisch noch besser auf die Zukunft vorbereiten können“, betonte der ärztliche Direktor und hob auch die Bedeutung von wissenschaftlichem Arbeiten im Rahmen des universitären Umfeldes hervor.
Inhaltlich gebe es einige Bereiche, etwa über die Anschlussversorgung nach einem Aufenthalt in Mainkofen, die man untersuchen wolle, um mit den Erkenntnissen in der Folge zu entscheiden, wo welche Angebote den Bedarf treffen und wo man sich noch entwickeln könne.
Der Bezirkstagspräsident erkundigte sich nach den Tunesischen Pflegekräften, die man im Rahmen eines speziellen Programms am Klinikum angestellt hatte. Zu 80 Prozent sei dies erfolgreich gewesen, wie Agnes Kolbeck informierte. „Die Frage, ob sie bleiben wollen, hängt maßgeblich davon ab, ob sie sich auch privat hier wohlfühlen, also einen Freundeskreis aufbauen oder auch einen Partner vor Ort finden. Wenn ja, dann machen sie sowohl sprachlich einen Sprung, als auch die Zielsetzung ändert sich und sie wollen dauerhaft bei uns bleiben.“
Veränderungen gibt es in Mainkofen auch in Sachen Energieversorgung. Weil die Förderung für das Blockheizkraftwerk ausläuft, wird es in Zukunft nicht mehr sinnvoll und rentabel sein, den erzeugten Strom einzuspeisen. Statt ihn zu verkaufen, wird er vor Ort genutzt. „Unser neuer technischer Leiter hat hier schon viele Ideen ausgearbeitet – etwa auch zu der Frage, wie wir die Überkapazität an Strom nutzen können, indem wir damit einen Pufferspeicher mit Warmwasser erhitzen“, erklärte Klinikdirektor Uwe Böttcher. Im Laufe der nächsten Monate sollen die Pläne hierzu noch konkreter werden.
Dr. Olaf Heinrich zeigte sich angetan von der Entwicklung „des größten Gesundheitsstandortes des Bezirks Niederbayern". „Viele Rahmenbedingungen werden durch den Gesetzgeber vorgegeben. Da wo der Bezirk als Träger und die örtlichen Verantwortlichen Spielräume haben, wollen wir sie konsequent zum Wohle unserer Patienten und Mitarbeiter nutzen. Für eine positive Entwicklung des Bezirksklinikums ist jedes einzelne Mitglied des Teams wichtig", so Heinrich und dankte dem Dreierteam an der Spitze des Bezirksklinikums Mainkofen für seine Arbeit.
Im Bild:
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich im Gespräch mit dem ärztlichem Direktor Prof. Johannes Hamann (v.l.), Klinikdirektor Uwe Böttcher und Pflegedirektorin Agnes Kolbeck.
Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang

