Neue Ambulanz in Regen eröffnet: Schnellere Hilfe für Kinder und Jugendliche in seelischen Krisen

Zahlreiche Vorteile für Patienten, Angehörige und Mitarbeitende – Eigener Krisendienst ab 1. Oktober 2026

Regen. Aus Platzgründen wurde die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die seit 2019 in Zwiesel beheimatet war, nach Regen verlegt und am 24. Juli offiziell eingeweiht. Am neuen Standort kann das Behandlungsangebot modernisiert, erweitert und ein eigener Krisendienst angeboten werden.

"Immer mehr Kinder und Jugendliche brauchen in unserem Land psychologische oder psychiatrische Hilfe", sagte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei der Einweihung, zu der zahlreiche Vertreter aus Politik, Kirche, Gesundheitseinrichtungen, Schulen und verschiedenen Ämtern gekommen waren. "Eine Entwicklung, die alles andere als erfreulich ist." Umso wichtiger sei daher das Angebot einer PIA. "Es freut mich sehr, dass wir ‚Am Sand 9‘ in Regen einen neuen Standort gefunden haben, der die Anforderungen nicht nur erfüllt, sondern zahlreiche Vorteile mit sich bringt – für die Patienten, ihre Angehörigen und die PIA-Mitarbeitenden", so der Bezirkstagspräsident. Die Ambulanz wird weiter als Außenstelle der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus (BKH) Landshut geführt.

Wohltuende Räume mit mehr Möglichkeiten

Auf zwei Stockwerken bietet sich den Patienten ein helles, großzügiges und modernes Umfeld – mit natürlichen Farben, warmen Materialien und einem liebevoll umgesetzten Waldkonzept. "Es ist ein Ort, der nicht nach Krankenhaus aussieht, sondern nach Ankommen, Freundlichkeit und Sicherheit", beschreibt Stephanie Kiene, Ärztliche Leiterin der PIA Regen. "Natürlich heilen wohltuende Räume keine psychischen Erkrankungen. Aber sie können den ersten Schritt leichter, die Angst kleiner machen, Hoffnung wecken und den Mut fördern, sich auf Hilfe einzulassen."

Regen liegt zentral und gut erreichbar, die Institutsambulanz selbst fußläufig von Bahnhof und Busbahnhof. Die Lage hebt auch Regierungsdirektor Alexander Kraus vom Landratsamt Regen hervor. Der Landkreis begrüße den Umzug sehr, denn die PIA sei in jedem Kontext eindeutig gewinnbringend für die Region. An der Promenadenseite von Regen habe man sich räumlich optimiert, ohne die Zentralität aufzugeben.

Neben den infrastrukturellen Verbesserungen freut sich der Bezirkstagspräsident insbesondere über die medizinische Weiterentwicklung: "Mit dem Umzug können wir Spezialsprechstunden weiter ausbauen und haben nun deutlich höhere Behandlungskapazitäten – verbunden mit der Hoffnung auf kürzere Wartezeiten."

Notfallambulanz ab 1. Oktober 2026

Auch räumlich und personell könne man dem stetig wachsenden Bedarf in der Patientenversorgung entgegenkommen. Die PIA vergrößert sich von etwa 150 auf 350 Quadratmeter, das multidisziplinäre Team aus Ärzten, Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten und Sozialpädagogen wurde um vier Mitarbeitende verstärkt und bietet ganz neue Möglichkeiten:

"Wir können nun einen eigenen Krisendienst im Landkreis Regen anbieten", freut sich Dr. Heinrich. Und auch Dr. Tanja Hochegger, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am BKH Landshut, betont: "Wir sehen Kinder mit Ängsten, Depressionen, mit familiären Krisen – und manchmal in akuter Not." Gerade diese akute Not und die Möglichkeit, jetzt eine Notfallambulanz hier etablieren zu können, sei für die Familien eine unglaublich wertvolle Entwicklung. Bisher mussten sie in einer solchen Situation nach Deggendorf oder Passau fahren.

Der Notdienst ist ab 1. Oktober 2026 von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 15 Uhr in akuten Krisen erreichbar. Befinden sich Kinder und Jugendliche in einer akuten Krise können sie sich schnell und unkompliziert an die PIA wenden – und werden je nach Dringlichkeit noch am gleichen Tag oder sehr zeitnah behandelt.

"Wir können nicht jede Belastung verhindern. Wir können aber dafür sorgen, dass die Hilfe näher, schneller und verlässlicher wird. Wir können Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass ihre seelische Gesundheit zählt. In Regen, im Landkreis, im Bezirk Niederbayern", so Dr. Hochegger und Christiane Frisch, Leitende Psychologin der PIA Regen, ergänzt: "Psychische Erkrankungen machen keinen Halt vor sozialen Schichten oder Altersstufen. Unser Auftrag ist eine Entstigmatisierung dieser Thematik."

Man freue sich sehr, mit diesen Räumlichkeiten jetzt in Betrieb gehen und für die Region mehr Angebote liefern zu können, sind sich die Beteiligten einig. Und vielleicht komme man mit diesem Standort der gemeinsamen Vision einen Schritt näher, hier irgendwann eine Tagesklinik aufzubauen.

Bildunterschrift: Mit dem Banddurchschnitt wurde die PIA Regen offiziell eröffnet (v.l.): Pfarrer Marco Stangl, Regierungsdirektor Alexander Kraus, Chefärztin Dr. Tanja Hochegger, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Ärztliche Leiterin Stephanie Kiene, Leitende Psychologin Christiane Frisch sowie Pfarrer i.R. Ernst-Martin Kittelmann.

Foto: Bezirk Niederbayern/Roider