Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich besucht Baderhaus in Bischofsmais – Kulturausschuss organisierte in 17,5 Jahren mehr als 330 Veranstaltungen
Bischofsmais. Wie ehrenamtlich getragene Kulturarbeit das gesellschaftliche Leben im ländlichen Raum bereichert, zeigte sich bei einem Besuch von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich im Baderhaus in Bischofsmais. Gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Kern informierte er sich bei Kulturbeauftragtem Franz Hollmayr sowie weiteren Mitgliedern des Kulturausschusses über deren Arbeit, das vielfältige Veranstaltungsprogramm und die Entwicklung des Baderhauses zum kulturellen Treffpunkt der Gemeinde. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Dr. Heinrich dabei auch einen Scheck über 500 Euro. Das Geld soll in die Kulturarbeit vor Ort fließen.
Seit nunmehr 17,5 Jahren organisiert der Bischofsmaiser Kulturausschuss unter der Leitung von Kulturbeauftragtem Franz Hollmayr ehrenamtlich ein vielfältiges Kulturprogramm in der Gemeinde. In dieser Zeit wurden bereits mehr als 330 Veranstaltungen organisiert und über 170 Ausschusssitzungen abgehalten. Die Mitglieder des Ausschusses planen mit großem persönlichen Einsatz Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und weitere kulturelle Angebote, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus Besucherinnen und Besucher anziehen. „Mit wenig Geld wurde hier unglaublich viel erreicht“, betonte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich anerkennend. Das Engagement des Kulturausschusses sei ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie lebendige Kulturarbeit im ländlichen Raum funktionieren könne – getragen von Ehrenamt, Kreativität und großer Leidenschaft.
Ein zentraler Ort dieser Kulturarbeit ist das Baderhaus im Herzen von Bischofsmais. Das historische Gebäude nahe der Pfarrkirche wurde in den vergangenen Jahren zu einer besonderen Kultur- und Begegnungsstätte entwickelt. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem eine Krippen-Dauerausstellung sowie Erinnerungsräume an den Bischofsmaiser Heimatschriftsteller Max Peinkofer und dessen Schwager, den früheren Augsburger Bischof Dr. Joseph Freundorfer. Im Dachgeschoss entstand ein Veranstaltungsraum mit Bühne, dessen historisches Dachgebälk eine besondere Atmosphäre für Konzerte, Lesungen, Vorträge und Ausstellungen schafft.
Dr. Olaf Heinrich unterstrich die große gesellschaftliche Bedeutung der ehrenamtlichen Kulturarbeit. Viele kulturelle Angebote in Niederbayern wären ohne den freiwilligen Einsatz engagierter Bürgerinnen und Bürger nicht möglich. „Diese Arbeit schafft Gemeinschaft, Identität und Lebensqualität – gerade auch abseits der großen Städte“, erklärte der Bezirkstagspräsident. Der gesellschaftliche Wert solcher Initiativen sei enorm und verdiene höchste Anerkennung. Trotz angespannter finanzieller Rahmenbedingungen bleibe der Bezirk Niederbayern ein verlässlicher Partner der Kulturarbeit. Über die Kulturstiftung des Bezirks stehe jährlich ein siebenstelliger Betrag zur Förderung kultureller Projekte in Niederbayern zur Verfügung, so Dr. Heinrich.
Auch Bürgermeister Stefan Kern würdigte das Engagement des Kulturausschusses ausdrücklich. „Kultur hat in Bischofsmais einen hohen Stellenwert und gehört fest zu unserer Gemeinde“, sagte er. Das Baderhaus habe sich zum kulturellen Mittelpunkt des Ortes entwickelt. Sein Dank gelte insbesondere den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass Kultur in Bischofsmais lebendig bleibe.
Kulturbeauftragter Franz Hollmayr gab Einblicke in die praktische Arbeit des Kulturausschusses und die Herausforderungen ehrenamtlicher Kulturarbeit. Besonders erfreulich sei, dass das Programm auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus Zuspruch finde. „Wer nicht da war, hat oft etwas verpasst“, sagte Hollmayr mit Blick auf viele Veranstaltungen der vergangenen Jahre. Gleichzeitig wünsche man sich, künftig noch mehr junge Menschen und Einheimische für die kulturellen Angebote begeistern zu können.
Als große Herausforderung bezeichnete Hollmayr zudem die zunehmend kurzfristigen Entscheidungen des Publikums. Immer häufiger werde erst wenige Tage oder sogar erst am Veranstaltungstag selbst entschieden, ob eine Veranstaltung besucht werde. Für kleinere Veranstalter und ehrenamtlich organisierte Kulturangebote erschwere dies die Planung erheblich, da oftmals bereits rund zwei Wochen vorher feststehen müsse, ob eine Veranstaltung wirtschaftlich durchgeführt werden könne. Umso bemerkenswerter sei es, dass in den vergangenen 17,5 Jahren dennoch erst eine einzige Veranstaltung abgesagt werden musste. Dies spreche nicht nur für die Qualität und Verlässlichkeit des Programms, sondern auch für die große Unterstützung durch ein treues Publikum.
Besonders in Erinnerung geblieben sei vielen Beteiligten zudem die Zeit während der Corona-Pandemie. Mit der „Sonntagsmusik“ im Kurpark habe der Bischofsmaiser Kulturausschuss Künstlerinnen und Künstlern ebenso wie dem Publikum kulturelle Begegnungen ermöglichen können – oftmals mit bis zu 100 Besucherinnen und Besuchern. Auch dies zeige, welchen Stellenwert Kulturangebote für das gesellschaftliche Leben vor Ort haben.
Das aktuelle Kulturprogramm unterstreicht die große Bandbreite der Angebote im Baderhaus und an weiteren Veranstaltungsorten in der Gemeinde. Geplant sind unter anderem Konzerte, Ausstellungen, musikalische Lesungen und Vorträge. Dazu zählen etwa das „Voice Quintett“, die Ausstellung der „Regen-Maler“, ein Vortrag zur künstlichen Intelligenz, der „Kocherlball“ im Kurpark oder Konzerte in der Wallfahrtskirche St. Hermann. Beworben werden die Veranstaltungen über Flyer, soziale Medien, die Gemeinde-Website, die gemeindliche Info-App sowie einen eigenen E-Mail-Verteiler der „Baderhaus-Freunde“.
Zum Abschluss seines Besuchs dankte Dr. Olaf Heinrich allen Beteiligten für ihr langjähriges Engagement und ihren Einsatz für das kulturelle Leben in der Region. Das Beispiel Bischofsmais zeige eindrucksvoll, wie wichtig ehrenamtliche Kulturarbeit gerade im ländlichen Raum sei. Mit Ideenreichtum, persönlichem Einsatz und großer Leidenschaft gelinge es dem Kulturausschuss seit vielen Jahren, ein abwechslungsreiches Kulturangebot auf die Beine zu stellen und damit das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde nachhaltig zu bereichern.
Bild: Scheckübergabe in Anerkennung der ehrenamtlichen Kulturarbeit in Bischofsmais: (v. li. n. re.) Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Kulturbeauftragter Franz Hollmayr, Bürgermeister Stefan Kern, Kulturausschussmitglied Andrea Binder-Forstner, Gemeinderätin Sonja Stündler, Kulturausschuss-mitglied Barbara Hintermair und Kulturausschussmitglied Erika Tauber.
Bildquelle: Bezirk Niederbayern, Christoph Weishäupl

