Der Tod verbindet die Menschen

Neue Sonderausstellung im Freilichtmuseum Finsterau eröffnet  

Finsterau. Von einer Ausstellung zum Thema Tod und Trauer würde man viel Schwarz erwarten und eine gewisse Schwere, die im Raum liegt. Stattdessen wird man in der neuen Sonderausstellung im Freilichtmuseum Finsterau „Jetzt geht’s dahi: Sterben, Tod und Trauer. In Niederbayern und anderswo“ von Pastelltönen empfangen und von der Leichtigkeit überrascht, mit der das ansonsten bedrückende Thema daherkommt. Zuvor Fremde tauschen sich spontan über eigene Erfahrungen aus und verlassen die Ausstellung gut gelaunt. 
„Es erfordert viel Mut und Offenheit, sich diesem Thema zu widmen“, hob Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich die Arbeit des Ausstellungsteams um Kuratorin Lisa Späthe und Projektleiter Konrad Obermeier hervor. Man wollte eine ehrliche und authentische Auseinandersetzung erreichen und neue Perspektiven schaffen. „Das ist dem Team hervorragend gelungen“, so Heinrich. Auch der wissenschaftliche Leiter der beiden niederbayerischen Freilichtmuseen Dr. Clemens Knobling freute sich über das außergewöhnliche Ergebnis: „Trauernde sind oft einsam, weil die Emotion einfach so groß und das eigene Umfeld damit überfordert ist. Dennoch betrifft der Tod uns alle und verbindet uns – das ist zentral in dieser Ausstellung.“ 

Dieses Verbindende wurde auch in die Konzeption selbst übertragen, indem viele Interviewpartner aus verschiedensten Bereichen zu Wort kommen, unterschiedliche Traditionen anderer Kulturen aufgezeigt werden oder sowohl historische als auch moderne Ausstellungsstücke gezeigt werden. Es geht um die körperlichen Veränderungen nach dem Tod genauso wie um die heilsame Wirkung eines feucht-fröhlichen Leichenschmaus’.  Eine besondere Rolle in der Ausstellung nimmt die Kunst ein. Die „Leir Foundation“, ohne deren Unterstützung diese Ausstellung nicht möglich gewesen wäre, hat Leihgaben mit Werken internationaler Künstler beigesteuert und rundet damit die Perspektivenvielfalt auf besondere Weise ab.

Die Ausstellung im Freilichtmuseum Finsterau kann bis 4. April 2027 besucht werden.

Bildunterschrift: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (v.r.) dankte Kuratorin Lisa Späthe, dem Präsidenten der Leir Foundation Markus Fuchs und Projektleiter Konrad Obermeier. 
Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang