Bezirksausschuss: Zukunft des Betriebs der Wohlfühl-Therme durch den Zweckverband unsicher

Investitionen auf das Nötigste beschränken – Kein Abschluss von langfristigen Verträgen

Mainkofen/Bad Griesbach. Die Zukunft der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach ist ungewiss. Deutlich fällt daher die Empfehlung aus, die der Bezirksausschuss in seiner Sitzung am 27. Oktober 2026 in Mainkofen einstimmig beschlossen hat und an die vom Bezirk entsandten Zweckverbandsmitglieder richtet: Nur noch diejenigen Investitionen sollen genehmigt werden, die für das Aufrechterhalten des Betriebs akut notwendig sind. Zudem sollen generell keine langfristigen Verträge mehr abgeschlossen werden.

Seitens privater Investoren ist in Bad Griesbach-Therme eine Fernwärmeversorgung mittels Freiflächen-PV-Anlagen und Wärmepumpen geplant. Ein entsprechender Netzanschluss- und Versorgungsvertrag liegt mittlerweile vor – mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren. Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement hat die angebotenen Konditionen geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass diese wirtschaftlich sind, erst recht unter Berücksichtigung der steigenden CO2-Bepreisung. Unabhängig davon wurde der Wohlfühl-Therme vom künftigen Fernwärmebetreiber eine Stromlieferung von der geplanten PV-Freiflächenanlage in Aussicht gestellt. Auch dies würde die Wirtschaftlichkeit weiter verbessern. 

So positiv dies auch klingen mag: Die Energiebezugskosten würden trotz eines Anschlusses an die Fernwärmeversorgung weiter steigen. Es können keine Energiekosten eingespart werden.

Ungünstige Rahmenbedingungen

Hinzu kommt, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung der Wohlfühl-Therme äußerst besorgniserregend darstellt – aktuell und für die nächsten Jahre. Behandlungszahlen sind weiter stark rückläufig, der negative wirtschaftliche Trend lässt sich trotz zahlreicher ergriffener Maßnahmen nicht aufhalten und die Zusammenarbeit mit der Stadt im Interesse des Eigenbetriebs ist schwierig. Zudem befinden sich zwei weitere Thermen-Standorte in unmittelbarer Nähe, an denen der Betrieb und das Umfeld gezielt weiterentwickelt werden. Der Bezirksausschuss ist daher zu der Einschätzung gekommen, dass die Zukunft des Betriebs der Wohlfühl-Therme durch den Zweckverband unsicher ist. Hinzu kommt: Der Vertrag enthält zwar eine Ausstiegsklausel für den Fall, dass der Betrieb dauerhaft eingestellt wird, nicht jedoch für den Fall eines Verkaufs. 

Laut Beschluss empfiehlt der Bezirksausschuss daher den vom Bezirk entsandten Verbandsmitgliedern, den Abschluss von langfristigen Verträgen generell abzulehnen. Insbesondere dem vorliegenden Netzanschluss- und Versorgungsvertrag Fernwärme mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren könne nicht zugestimmt werden. 

Um die Fernwärmeversorgung zu realisieren, möchte die Betreibergesellschaft zudem Fernwärme- und Stromleitungen sowie Datenkabel durch die Technikbereiche der Wohlfühl-Therme führen. Hierfür müssten entsprechende Dienstbarkeiten vom Zweckverband eingeräumt werden. Diese Belastungen auf dem Thermengrundstück des Zweckverbands Bad Griesbach können sich auf eine mögliche Verwertung – wie beispielsweise Verkauf – äußerst nachteilig auswirken. Der Bezirksausschuss empfiehlt daher laut Beschluss, dass der Leitungsdurchführung nicht zugestimmt wird.

Zudem sollen bis zu einer weiteren Beschlussfassung des Bezirkstags von Niederbayern nur noch solche Investitionen für die Wohlfühl-Therme genehmigt werden, die für das Aufrechterhalten des Betriebs akut notwendig sind.

Bild: Luftaufnahme der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach.

Foto: Johann Dirschl