Gedenkstätte

ZUR ERINNERUNG AN DIE OPFER DER PSYCHIATRIE WÄHREND DES NATIONALSOZIALISMUS IN DER EHEMALIGEN HEIL- UND PFLEGEANSTALT MAINKOFEN

Am 28. Oktober 2014 wurde auf dem Friedhof des Bezirksklinikums Mainkofen eine Gedenkstätte eingeweiht. Sie erinnert an die Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus.

Der NS-Staat erklärte Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen für erbbiologisch und gesellschaftlich minderwertig. Davon waren auch Patienten der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen betroffen:
Mehr als 500 Jugendliche und Erwachsene wurden zwangssterilisiert, über 600 Patienten in die Gastötungsanlage nach Hartheim bei Linz deportiert. Mehr als 700 Menschen starben an Entkräftung, weil man sie nach dem „Bayerischem Hungerkost-Erlass“ vom 30.11.1942 fleisch- und fettlos ernährte.

Diese Verbrechen sind auf dem neu gestalteten Friedhofsgelände thematisiert. An die Opfer wird namentlich erinnert. Ihre Namen mahnen, gegen jede Verletzung der Menschenwürde und jede Form von Menschenverachtung einzutreten.

Das Freigelände des Gedenkorts ist ganztägig zugänglich. Der "Ort der Stille" im ehemaligen Leichenhaus ist nach vorheriger Anmeldung zu besichtigen (Tel. 09931 87-30010).

Seit 2014 findet alljährlich am 28. Oktober eine Feier zur Erinnerung an die Opfer statt.