Alles fürs Theater

Kostüm- und Requisitenfundus gibt es in keinem anderen Bezirk – Bezirkstagspräsidenten erfreut über gute Resonanz

Mainkofen. Im Kostüm- und Requisitenfundus des Bezirks Niederbayern in Mainkofen könnte man leicht den Überblick verlieren. Immerhin sind dort über 1000 Kleidungsstücke, hunderte Paar Schuhe, unzählige Hüte und sonstige Theateraccessoires auf 330 Quadratmetern untergebracht. Die Frau, die den Überblick behält, heißt Liesl Weickmann. Seit 2007 leitet sie die Einrichtung, die es so nur in Niederbayern gibt.

Mit wie viel Leidenschaft die 73-Jährige Kleidung verleiht, wäscht, ankauft und aufbereitet, erzählte sie am Dienstag Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, als diese den Kostüm- und Requisitenfundus besichtigten. Beide waren sehr erfreut zu hören, dass die Nachfrage von Amateurtheatergruppen aus ganz Niederbayern hoch sei und weiter wachse. Sie können kostenfrei aus dem reich bestückten Fundus das ausleihen, was sie für ihre Inszenierung brauchen. Auch für Vereine, die beispielsweise historische Umzüge veranstalten, steht die Einrichtung offen.

Über 100 Gruppen sind mittlerweile bei der Laienspielberatung des Bezirks registriert. Sie können auch kostenlos die Dienste von Laienspielberater Peter Glotz in Anspruch nehmen, der bei der Auswahl der Bühnenliteratur, beim Regiekonzept oder bei der Durchführung und Organisation der Probenarbeiten berät. „Damit unterstützt der Bezirk ganz konkret die Arbeit von Laienspielgruppen, die das kulturelle Leben in Niederbayern mit ihren Produktionen bereichern“, so Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich. Auch Bezirkstagsvizepräsident Thomas Pröckl war sehr angetan vom enormen Umfang des Fundus und erfuhr von Liesl Weickmann, dass sie auch gerne private Spenden in Empfang nimmt. „Vor allem alte Trachtengewänder und Bauernkleidung sind sehr beliebt“, so Weickmann, die jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat vor Ort ist. Da viele Schulen auf den Kostümfundus zurückgreifen, ist mittlerweile auch die Kinderabteilung enorm angewachsen.

Die Anfänge der Einrichtung gehen auf Anfang der 90er-Jahre zurück, als sich Bezirksheimatpfleger Dr. Max Seefelder zunehmend der Laienspielberatung widmete. „Aus Kreisen der Theaterleute wurde die Idee an ihn herangetragen, einen solchen Fundus einzurichten“, blickte Dr. Laurenz Schulz vom Kulturreferat des Bezirks zurück. Seit der Eröffnung des Laienspielzentrums Mainkofen 1998 wuchs die Zahl von Kostümen und Requisiten jedes Jahr an, so dass die ursprünglichen Räumlichkeiten langfristig zu klein wurden. Vor drei Jahren zog man deshalb in ein größeres Gebäude auf dem Gelände des Bezirksklinikums Mainkofen, wo nun fast die dreifache Fläche zur Verfügung steht. Liesl Weickmann, die viele Jahre am Kleinen Theater in Landshut, später dann im Landestheater Niederbayern und beim KULTURmobil des Bezirks arbeitete, kann durch ihr gutes Netzwerk in der Szene auch schnell zugreifen, wenn ein Profitheater seine Kostüme aussortiert. Andere Gruppen freuen sich dann wiederum, dass sie bei ihr fündig werden. „Manche schicken mir hinterher auch Fotos von ihren Aufführungen.“ Und natürlich findet Liesl Weickmann auch dafür den passenden Platz in ihrem Theaterreich.

Mit großem Dank für ihr Engagement und der Hoffnung auf viele weitere Spender und Ausleiher verabschiedeten sich Heinrich und Pröckl wieder aus der Theaterwelt. Das eine oder andere Kostüm werden sie jedoch sicher bei einer der zahlreichen Aufführungen in Niederbayern in den kommenden Monaten wiedersehen.

Mehr Informationen zur Laienspielberatung des Bezirks gibt es unter www.laienspiel-niederbayern.de. Dort sind auch Informationen zu den kommenden Theaterworkshops am Sonntag, 23.06.2019, sowie der Kontakt zum Laienspielberater Peter Glotz abrufbar.


Im Bild: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (2.v.l.) und Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl  (r.) besichtigten gemeinsam mit Dr. Laurenz Schulz vom Kulturreferat den Kostümfundus, den Liesl Weickmann leitet.
Foto: Lang/Bezirk Niederbayern