2007: 50 Jahre Wappen des Bezirks Niederbayern

Am 24. September 1957 unterzeichnete der damalige bayerische Innenminister Dr. August Geiselhöringer die Urkunde zur Verleihung des niederbayerischen Bezirkswappens. Dem Bezirk Niederbayern war fortan gestattet, die bayerischen Rauten in Verbindung mit einem roten Panther auf silbernem Grund im Wappen zu führen.
Damit fand die bisherige Verwendung dieser Embleme, die bereits ein halbes Jahrhundert zuvor die obersten bayerischen Ministerien beschäftigt hatte, ihre amtliche Legitimation.

Um 1900 gingen im Königlichen Reichheroldsamt, dem Vorgänger des Hauptstaatsarchivs, vermehrt Fragen zur möglichen Verwendung von Wappen der damals acht Kreise, der heutigen Bezirke, ein. Vor allem zur Repräsentation bei festlichen Anlässen und offiziellen Veranstaltungen waren solche heraldischen Embleme und Hoheitszeichen gefragt. Form und Verwendung der Kreiswappen waren bislang jedoch nicht einheitlich geregelt. Daher wandte sich der Reichsherold an den Wappenkundler Professor Otto Hupp, der zur selben Zeit ein umfassendes Werk über die Wappen sämtlicher bayerischer Städte und Märkte erarbeitete. Professor Hupp entwarf daraufhin für jeden der bayerischen Kreise (Bezirke) ein passendes Wappen. Für Niederbayern drängte sich als heraldisches Emblem neben den bayerischen Rauten der blaue Panther in Silber auf (im Bild: Originalzeichnung von Prof. Hupp, 1902). Beide Zeichen hatten im Wappenbild und als Heeresabzeichen der Herzöge von Niederbayern-Landshut gedient. Zudem fanden sie ohnedies seit einiger Zeit als Symbole Niederbayerns Verwendung, wenn auch inoffiziell.

Der ursprünglich rote Panther - eigentlich Pantier, ein drachenähnliches Fabelwesen mit Fell - erinnert an das Dynastengeschlecht der Grafen Ortenburg-Kraiburg aus dem Hause Spanheim. Die Spanheimer galten lange Zeit als einflussreichstes Geschlecht Altbayerns. Ihre Besitzungen bildeten den Kern des 1255 errichteten Herzogtums Niederbayern-Landshut. Erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurden sie von den Wittelsbachern zurückgedrängt. Die weiß-blauen Rauten führten die bayerischen Herzöge seit der Hochzeit Herzog Ludwigs mit Ludmilla, der Gräfin von Bogen, im Wappen. Sie verweisen im Bayerischen Staatswappen noch heute auf ganz Altbayern und versinnbildlichen allgemein die Zugehörigkeit zum bayerischen Staat.

Am 13. Oktober 1902 versandte das Staatsministerium des Innern ein Schreiben an die Regierung von Niederbayern mit der Bitte, die Notwendigkeit repräsentativer Wappen der Reichsgemeinden zu prüfen. Dem Schreiben wurde der entsprechende Entwurf des Heraldikers Otto Hupp beigelegt. Der Landratsausschuss von Niederbayern zeigte sich interessiert und erklärte einstimmig sein Einverständnis mit der Gestaltung und Einführung von Kreiswappen. Professor Otto Hupp veröffentlichte daraufhin seine Entwürfe im "Münchner Kalender" von 1906. Fortan wurden diese Vorschläge auch als Wappen der bayerischen Kreise angesehen und verwendet, allerdings ohne dass man sich weiter um deren amtliche Anerkennung bemüht hätte. Vielmehr verneinte das Staatsministerium des Innern 1928 ausdrücklich das Bedürfnis für die Schaffung solcher Hoheitszeichen und bezog sich dabei auf ein Gutachten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs.

Weitere 28 Jahre vergingen, bis die Frage nach der amtlichen Verleihung des niederbayerischen Wappens wieder aufgegriffen wurde. 1956 erhielt der Landshuter Kunstmaler Franz Högner vom 1954 neu gewählten Bezirkstag von Niederbayern per Beschluss den Auftrag, den seit 1902 vorliegenden Entwurf zu überarbeiten (im Bild: Originalzeichnung Hoegner, 1956). Ein weiteres Gutachten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs forderte dafür lediglich eine Änderung in der Farbgebung des Panthers, der nach aktuellen Forschungen ursprünglich rot im Wappen der Spanheimer abgebildet gewesen sei. Dank der grundlegend positiven Einstellung der staatlichen Behören waren die Bemühungen zur Einführung eines niederbayerischen Bezirkswappens 1957 endgültig erfolgreich. Seit genau 50 Jahren repräsentiert der gespaltene Wappenschild - vorne (links) die bayerischen Rauten, hinten (rechts) in Silber ein aufgerichteter roter Panther - den Bezirk Niederbayern. Als Hoheitszeichen einer kommunalen Gebietskörperschaft kommt dem Bezirkswappen dabei besonderer Schutz zu. Seine Verwendung durch Dritte (Institutionen, Vereine, Verbände, etc.) unterliegt der Genehmigung durch den Bezirkstag von Niederbayern. Auf diese Weise ist auch für die Zukunft ein sinnvoller und geregelter Gebrauch der weiß-blauen Rauten in Kombination mit dem Spanheimer Panther sichergestellt.

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