Alleine Wohnen – und doch nicht einsam sein

Der Verein AnS-Werk präsentiert Neubau für ambulant betreutes Wohnen in Landshut

„Etwas ganz Besonderes“ sei hier gelungen, ein echter „Glücksfall“ für die Stadt Landshut und für den Bezirk Niederbayern - so äußerte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei der Besichtigung des neugebauten Wohnhauses des Vereins AnS-Werk (Arbeit nach der Schulzeit) im Landshuter Stadtteil Mitterwöhr am Mittwoch.

Mitten in einer Wohnsiedlung steht es da und sieht nach außen hin genauso wie alle anderen Häuser aus. Das ist auch gut so, wie Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin des Bezirks Niederbayern hervorhob. In den fünf Wohnungen werden künftig sechs junge Menschen mit seelischer Behinderung (oder solche, die davon bedroht sind) wohnen, die bei der Führung eines eigenen Haushaltes Unterstützung brauchen, gleichzeitig aber die Bereitschaft zur Mitarbeit im Haus und ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitbringen – ab sofort können sich Interessierte beim Verein melden. Auch für körperbehinderte Mieter sind die Räume ideal, denn vom Balkon bis zum Aufzug ist alles barrierefrei gestaltet, wie Architekt Reinhard Bliemel bei der Begehung demonstrierte.

„Wir haben die Nachbarn im Vorfeld angesprochen und ihnen alles erklärt, damit gleich gar keine Spekulationen oder Ängste aufkommen. Die Menschen hier sind ganz offen, was uns natürlich sehr freut“, so die Vorsitzende des AnS-Werk e.V., Ingrid Roederstein.

Vor fast 13 Jahren hatte sie den gemeinnützigen Verein mitgegründet, der sich seither im Stadtgebiet Landshut als Betreiber von sechs Cafés und Bistros sowie einem Partyservice einen Namen gemacht hat. Doch neben der Heranführung der jungen Menschen mit Beeinträchtigungen an den Arbeitsmarkt, hatte man zunehmend festgestellt, dass die Schützlinge auch Unterstützung im Bereich Selbstversorgung und Wohnen brauchen. Da dieses Ziel auch in der Satzung niedergeschrieben war, konnte der Verein Rücklagen bilden, die ihm den Ankauf des Grundstücks in der Danziger Straße ermöglichten.

Der Bau an sich kostet rund eine Million Euro und wird aus verschiedenen Fördertöpfen (Regierung von Niederbayern, Sozialer Wohnungsbau; Bayerische Landesstiftung; Aktion Mensch) sowie Eigenmitteln des Vereins und einem Bankkredit finanziert. Über Mieteinnahmen sollen sich die Ausgaben refinanzieren. Der Bezirk Niederbayern ist hingegen für die Fachleistungsstunden beim ambulanten, betreuten Wohnen zuständig, er finanziert damit die Sozialpädagogin, die sich stundenweise um die Bewohner kümmert. Auf ihre Aufgabe freut sich Kerstin Laxhuber schon, sie hat sich bereits mit zwei Interessenten getroffen und ist gespannt, welche Hausgemeinschaft hier entstehen wird.

Der großzügige Platz rund um das Haus bietet viel Gelegenheit, um sich auch in der Gruppe auszutauschen.
„Solche Begegnungsmöglichkeiten außerhalb der eigenen Wohnung sind sehr wichtig“, so Dr. Olaf Heinrich, der das Konzept des Vereins lobte. Denn dass ein Verein nicht nur ambulant betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden anbietet, sondern zudem die Sozialwohnungen selber baut, sei bisher sehr ungewöhnlich in Niederbayern, wofür der Bezirk sehr froh und dankbar sei. Außerdem, so Heinrich, sei die soziale Integration in eine bestehende Wohnsiedlung begrüßenswert, „denn diese Menschen werden oft zu sehr geschätzten Nachbarn, wenn sie einmal da sind und die Chance dazu bekommen. Das ist hier vorbildlich gelungen.“ Auch die Stadt Landshut müsse für dieses Engagement sehr dankbar sein, denn gerade im sozialen Wohnungsbau herrsche insgesamt Handlungsbedarf.

„Der Bezirk hat uns bei dem Vorhaben immer toll unterstützt und beraten“, bedankte sich abschließend die Vorsitzende Ingrid Roederstein, die nun im Dachgeschoss des Hauses erstmals auch eine Geschäftsstelle für den Verein bekommt. Dass dieses „innovative Konzept“ möglichst viele Nachahmer findet, hofft auch Claudia Holzner. „Früher wurden psychisch kranke Menschen möglichst weit weg von der Gesellschaft untergebracht, zum Glück ist das jetzt anders.“ Auch das Bundesteilhabegesetz, das bis 2023 stufenweise umgesetzt wird, fördert solch integrierte Wohnformen.

Bildunterschrift:
AnS-Werk-Vorsitzende Ingrid Roederstein (v. l.), Architekt Reinhard Bliemel, Sozialpädagogin Kerstin Laxhuber, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Claudia Holzner, Psychiatriekoordinatorin beim Bezirk Niederbayern, im Dachgeschoss des Hauses.


28.02.2018

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