Stipendien des Bezirks Niederbayern fürs Medizinstudium

Unterstützung für den ärztlichen Nachwuchs in Niederbayern

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich

Der Bezirk Niederbayern setzt sich für eine gute ärztliche Versorgung in Niederbayern und für den ärztlichen Nachwuchs ein. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich hat ein Stipendienprogramm für angehende Mediziner initiiert: Am kommenden Dienstag werden die Mitglieder des Bezirksausschusses über Stipendien für Medizinstudierende, die nach Abschluss des Studiums als Assistenzarzt in einem der Bezirkskrankenhäuser in Niederbayern tätig werden, entscheiden. Bereits am 20. Dezember 2016 hatte sich der Bezirksausschuss in seiner Sitzung grundsätzlich für die Vergabe von Stipendien für Medizinstudierende ausgesprochen. Das Vergabeverfahren und die Fördermodalitäten werden nun in der Sitzung kommenden Dienstag zur Entscheidung vorgelegt.

„Gerade im ländlichen Raum benötigen wir dringend junge Ärzte, um auch künftig die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleisten zu können“, betont Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich. „Der demographische Wandel bringt für uns zahlreiche Herausforderungen mit sich: Zum einen nimmt in einer alternden Gesellschaft die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen zu, zum anderen hat sich die Altersstruktur in der Ärzteschaft verändert. Schon jetzt sind mehr als 30 Prozent der bayerischen Hausärzte 60 Jahre oder älter. Eine ähnliche Tendenz gibt es bei den Fachärzten. Vor allem aber im Bereich der Allgemeinmedizin, der Nachwuchsgewinnung in ländlichen Regionen und der psychiatrischen Versorgung besteht Handlungsbedarf. Der Bedarf – zum Beispiel auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie – steigt kontinuierlich an. Gleichzeitig haben wir in Niederbayern einen enormen Nachwuchsmangel im ärztlichen Bereich zu verzeichnen. Und dies obwohl viele engagierte Abiturienten gerne Medizin studieren wollen. Aber ihnen bleibt aufgrund der extrem hohen Zugangsvoraussetzungen wie beispielsweise dem Numerus Clausus die Aufnahme eines Medizinstudiums an deutschen Hochschulen verwehrt und sie müssten große finanzielle Investitionen für ein Medizinstudium zum Beispiel in Österreich, Tschechien oder Ungarn aufbieten; was jedoch für viele Familien finanziell nicht möglich ist. Die Erfahrung zeigt: Niederbayerische Abiturientinnen und Abiturienten interessieren sich zum Beispiel sehr für ein Medizinstudium in Österreich, da sie in Niederbayern keine Möglichkeit haben Medizin zu studieren, sie aber aufgrund der Zugangsvoraussetzungen im benachbarten Österreich einen Medizinstudienplatz erhalten können“, argumentiert der niederbayerische Bezirkstagspräsident.

Diesen jungen engagierten Menschen, die das Berufsziel, Arzt in Niederbayern zu werden, verwirklichen wollen, will der Bezirk Niederbayern künftig unter die Arme greifen. Dazu hat der Bezirk zum einen Gespräche mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (Österreich) geführt und zum anderen ein Stipendienprogramm entwickelt. Der Bezirk Niederbayern will künftig jährlich bis zu fünf Stipendien zur Förderung von Studenten der Humanmedizin an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems an der Donau vergeben. Das Studium setzt sich zusammen aus dem Bachelor-Studiengang Health Sciences und dem Master-Studiengang Humanmedizin.

„Die Bezirke sind verpflichtet, die für das Bezirksgebiet erforderlichen stationären und teilstationären Einrichtungen für Psychiatrie, Neurologie und für Suchtkranke zu errichten, zu unterhalten und zu betreiben“, so Dr. Olaf Heinrich. „Mit dem Stipendienprogramm will der Bezirk zum einem dieser Versorgungsverpflichtung Rechnung tragen, indem Medizinstudenten an eine Tätigkeit in einem der Krankenhäuser des Bezirks Niederbayern herangeführt wer-den. Zum anderen will der Bezirk Niederbayern dazu beitragen, ärztlichen Nachwuchs für Niederbayern zu gewinnen. Die Zuwendung soll es den Stipendiaten ermöglichen, sich intensiv auf ihr Studium zu konzentrieren, damit schnell ein erfolgreicher Abschluss erreicht werden kann. Der Stipendiat verpflichtet sich im Gegenzug für einen Zeitraum von in der Regel sechs Jahren – je nach Dauer der in Anspruch genommenen Stipendienförderung – in einem der Krankenhäuser des Bezirks Niederbayern ärztlich tätig zu sein.“

Voraussetzungen für den Erhalt des Stipendiums sollen unter anderem sein: ein persönlicher Bezug zum Bezirk Niederbayern, die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren der Karl Landsteiner Privatuniversität für den Studiengang Health Sciences beziehungsweise für den Master-Studiengang Humanmedizin und eine Verpflichtungserklärung zur ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus des Bezirks Niederbayern, z.B. als Assistenzarzt nach dem erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums. Vorgesehen ist, dass der Stipendiat ab dem ersten Studienjahr monatlich 550 Euro erhält. Die Stipendiaten sollen während des Studiums eng durch den Bezirk Niederbayern begleitet werden. Die Auswahl der Stipendiaten wird durch ein Auswahlgremium erfolgen. Geplant ist, dass das Stipendium bereits für das kommende Studienjahr gewährt wird. Im April beginnt hierzu das Auswahlverfahren an der Karl Landsteiner Privatuniversität in Krems.

Dass der Bedarf an gut ausgebildeten jungen Ärzten groß ist, betonen auch die Ärztlichen Direktoren der niederbayerischen Bezirkskrankenhäuser. Sie begrüßen daher die Pläne für das Stipendienprogramm. „Die Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung steigt immer weiter, gleichzeitig sind wir in Deutschland mit einem Ärztemangel konfrontiert“, so Prof. Dr. Hermann Spießl, Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Landshut. „Dieser Ärztemangel zeigt sich unter anderem darin, dass wir auf Stellenanzeigen für Assistenzärzte und Oberärzte kaum geeignete Bewerbungen erhalten. Daher ist das geplante Stipendienprogramm eine große Chance, junge engagierte Ärzte für die niederbayerischen Kliniken zu gewinnen.“ Auch Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Mainkofen, sieht eine positive Wirkung für die Bezirkskliniken und Niederbayern: „Das Stipendienprogramm bietet nicht nur die Möglichkeit, gut ausgebildete junge Assistenzärzte nach dem Studium zu bekommen, sondern verfolgt auch das Ziel, dass sich für unsere Bezirkskrankenhäuser in Kooperation mit der Karl Landsteiner Universität die Möglichkeit eröffnet, die Medizinstudenten und -studentinnen im praktischen Jahr auszubilden und damit Lehrkrankenhaus zu werden. Damit könnten Studierende bereits während des Studiums die Bezirkskrankenhäuser kennenlernen.“

Weitere Informationen über das geplante Stipendium werden nach der Bezirksausschuss-Sitzung, die kommenden Dienstag in Mainkofen stattfindet, bekannt gegeben.

10.02.2017

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